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47 Jahre -  Sporthalle Letschin

47 Jahre - Sporthalle Letschin - Happy Birthday


Im April vor genau 47 Jahren wurde unsere ehrwürdige Letschiner Sporthalle eingeweiht.

Wir möchten euch ein paar interessante Dinge über unsere Sporthalle erzählen, die ihr vielleicht noch nicht so kanntet bzw. vielleicht schon sogar vergessen habt. Zum Beispiel das unsere Halle mal rosa war. Dann legen wir mal los…

Der 7. April 1973 muss nicht nur für die Letschiner ein ganz besonderer Tag gewesen sein, sondern auch für das gesamte Umland. In den Wintermonaten 1971/72 muss im Gemeinderat die Entscheidung gefallen sein. Als dann im Jahr 1972 der Aufbau der Letschiner Sporthalle begann, im damaligen „Schwarzen Weg“, heute Parkstraße. Wie wir wissen waren die Bauteile eigentlich für einen Rinderoffenstall gedacht. Um daraus eine Sporthalle entstehen zu lassen wurde ein einzigartiges Bauprojekt ausgetüftelt. Sie projektierten die Vorlage um, 42 mal 21 Meter groß. Die Sporthalle ging als „Typ Frankfurt“ in die Bau und Architekturgeschichte der DDR ein und wurde nur ein einziges Mal, in Görzig (Landkreis Oder-Spree) nachgebaut. Ortsansässige Betriebe, Einwohner und vor allem die Sportler von Traktor Letschin haben das große Bauvorhaben realisiert. Die Kosten wurden damals für eine herkömmliche Sporthalle auf rund eine Million Mark geschätzt. Rund ‪300 000‬ Mark konnten aber nur verbaut werden. Also wurde die ländliche Bauweise um projektiert. Die große Spielfläche bekam Vorrang vor allem anderen, 882 Quadratmetern Nutzfläche. Die Hülle wurde vom Landbaukombinat, Zweigstelle Seelow errichtet. Wo wir schon beim ersten Fakt sind. Die Letschiner hatten ihre Sporthalle einst insgeheim „Deutschlandhalle“ genannt. Es war ein Zeichen ihres Stolzes, Besitzer einer der größten Sportstätten zu sein. In der Tat, die Letschiner Sporthalle war damals die Größte im Altkreis Seelow und wegen ihres Kunststoffbelages sogar eine der modernsten Hallen im Bezirk Frankfurt (Oder). Nutzer waren und sind bis heute die Schüler der Letschiner Schule, in der DDR die Betriebssportgemeinschaft Traktor Letschin, später der SV Grün-Weiß Letschin und andere Freizeitsportler. Die Schülerinnen und Schüler haben in den mehr als 40 Jahren auch die Sporthalle geprägt, ob von der ersten Klasse bis hin zu den Abiturklassen. Jeder Jahrgang war reichlich vertreten. und jeder hat bestimmt auch seine ganz persönliche Erfahrung im Sportunterricht gemacht. Letztendlich haben aber auch die (unsere) Sportlehrer der ehemaligen POS Letschin & Gesamtschule Letschin einen großen Anteil gehabt, denn Sport in Letschin bekannt zu machen. Viele Letschiner werden sich bestimmt auch an den 8. Mai 1985 erinnern. Als Adi zu Besuch war und das Team der damaligen Ernst-Thälmann-Oberschule gegen die Vertretung der Seelower Bertolt-Brecht-Schule antrat, siegte und damit ins DDR-Viertelfinale von „Mach mit, machs nach, machs besser“ einzog. Ein Riesentriumph für die Letschiner Schüler (Haben wir sogar auf Video). Also ging es auch im Schulsport zwischen Letschin und Seelow heiß her…

Letschin konnte vor der Fertigstellung den Schülern keine normgerechten Möglichkeiten zum Sportunterricht bieten, außer in kleinen Räumen. Geturnt wurde im Speisesaal der Konsumküche, im Kindergarten, in einer Holzbaracke am Sportplatz. Der Neubau einer Schule stand ebenfalls an. Die Sporthalle eröffnete dem Letschiner Schul- wie Freizeitsport völlig neue Möglichkeiten. 650 Schüler gingen 1973 in die Polytechnische Oberschule. Jetzt kommen wir zu einem wirklich schmerzhaften Thema, wenn wir uns mit dem Problem um Belag nochmal widmen. An teures Parkett war nicht zu denken. Für Furore sorgte Tartan. Der Kunststoff war zwar nicht im „Westen“ entwickelt worden. Aber in der DDR, in den Chemie-Werken Buna Schkopau, hatte man ein ähnliches Produkt entwickelt: Sprintan. Dieser Tartan-Ersatz sollte dem Hallensport in Letschin (bis ca. 1995) eine ganz besondere Note geben. Denn der Belag war mit der glatten Seite nach unten verlegt worden. Die stoppende Seite lag oben, eine schmerzhafte Erfahrung für alle Sportler. Trotzdem war Sprintan moderner als Parkett. Ein anderes Problem waren die Ballfangnetze. Das wurde ebenfalls in Letschiner Manier gelöst. Durch den Sohn des Direktors des Fischkombinates Oderbruch. Dieser organisierte originale Fangnetze der Hochseefischerei. Die bis heute immer noch halten.

Vieles wurde halt nach Feierabend gemacht und der Zusammenhalt war auch noch anders. Grün-Weiß bzw. die BSG Traktor Letschin wuchs durch die Fertigstellung der Halle mit 366 Mitgliedern zur zweitgrößten Sportgemeinschaft im Kreis Seelow heran. Zum Abschluss kann man aber auch auf einige Höhepunkte zurückschauen, die enorm sind. Was viele vielleicht gar nicht wissen, ist das unsere Sporthalle eine Länderspiel-Sporthalle ist. Ja, unsere Sporthalle hat ein Länderspiel im Handball, zwischen Polen und der DDR-Nationalmannschaft, ebenso erlebt wie den Auftritt etlicher DDR-Nationalspieler, darunter Fußballer Andreas Thom oder spätere Stars wie Falko Götz, Burkhard Reich und Rainer Ernst. Oder von den Turnern der DDR-Olympiariege 1972 in München. Den absoluten Besucherrekord können wir auf den 21. Januar 1989 datieren, als fast 500 zahlende Zuschauer die Bezirksmeisterschaften im Hallenfußball in Letschin verfolgen wollten. Einige Traditionen bleiben bis heute bestehen, auch wenn sie einen anderen Namen bekommen haben.

Ein Mekka für Sportler aus der ganzen Region ist die Halle bis heute. Und auch wenn die Halle seit 2018 gesperrt ist, so bleibt sie durch ihre charakteristischen Bauelemente einzigartig, auch wenn sie längst nicht mehr zu den größten und modernsten Sporthallen der Region gehört.

Tja, die Momente vergehen, doch die Erinnerungen bleiben.

Vielleicht sind bei dem ein oder anderen noch ein paar Erinnerungen im Gedächtnis geblieben…

Wir freuen uns auf die Fertigstellung

In diesem Sinne.

Sportliche Grüße aus Letschin

Euer

SV Grün-Weiß Letschin 1922

Gemeinschaft leben.