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Trotz Corona-Krise Sportplatz-Bau auf Letschins Schulcampus kommt gut voran  

 
Anett Zimmermann / 12.04.2020

Letschin (MOZ) Wir liegen im Plan", sagt Ute Büttner aus der Letschiner Bauverwaltung. Sie war in den vergangenen Tagen immer wieder auf dem Sportplatz am Fontane-Schulcampus anzutreffen.

Auf dem künftigen Spielfeld sind gerade zwei Mitarbeiter der Firma Hilgers aus Frontenhausen dabei, Drainschlitze zu ziehen. "Vater und Sohn", weiß Ute Büttner. Letzterer sei Azubi, wohl im zweiten Lehrjahr. "Vielleicht kommen sie mal mit der ganzen Familie her", meint sie und war mit anderen offenbar ganz im Sinne der Tourismusförderung im Ort unterwegs.

Einweihungstermin steht noch

Bürgermeister Michael Böttcher findet das natürlich gut, hat dafür aber andere Einwände. "Wenn, dann liegen wir im veränderten Plan", erinnert er unter anderem an erste Verzögerungen schon kurz nach Baustart durch die nicht geplante Munitionssuche und Bergung. Das Areal hatte zuvor als munitionsfrei gegolten. Und dann sei da noch der unvorhersehbare Wasserschaden in der Turnhalle. Die Antwort der Versicherung, dass sie die Kosten für die Beseitigung des Schadens übernimmt, liege bisher nicht vor. Trotzdem gehe er davon aus, dass der Sportkomplex bis zum regulären Beginn der Sommerferien fertiggestellt werden kann.

Schließlich soll das "Olympiastadion des Oderbruchs" dann am 26./27. Juni mit einem großen Fest eröffnet werden. Trotz der Corona-Krise will Böttcher das Datum noch nicht zur Disposition stellen. "Wir werden in der Gemeindevertreterversammlung Anfang Mai beraten, ob alles stattfinden kann oder wir das Ganze in den September verlege. Noch können wir abwarten."

Arbeiter der Möller Sportbau GmbH sind am Mittwochnachmittag derweil dabei, die Anlaufbahn der Weitsprunganlage zu asphaltieren. Der Untergrund für die 400-Meter-Bahn ist bereits fast fertig. Ein letzter Lkw wird noch erwartet. 100 Tonnen Asphalt seien am Vortag aufgebracht worden. Insgesamt 150 sollen es an diesem Tag werden. "Das Wetter ist optimal", sagt Vorarbeiter Torsten Bittner, die Baustelle an sich "eine einfache Geschichte". "Heute haben wir sogar Temperatur gemessen", berichtet er. 161,7 Grad Celsius habe das Thermometer für den Asphalt angezeigt. "Er sollte zwischen 150 und 160 Grad Celsius haben, vor allem aber nicht unter 140 Grad eingebaut werden." Die Lufttemperatur liegt ein paar Schritte entfernt bei angenehmen 21, 22 Grad, die Sonne scheint und es geht ein leichter Wind.

Bittner will, dass seine zusammengewürfelte Kolonne bis 18 Uhr fertig ist. Normalerweise habe er rumänische Arbeiter als Kollegen im Team, doch die dürften wegen des Coronavirus zurzeit nicht nach Deutschland ausreisen. Dafür habe er nun Portugiesen dabei, die sonst in Bayern arbeiten. "Mir ist das egal, für mich es eine Heimbaustelle", sagt er. Schließlich komme er aus Schöneiche und sei sonst viel und vor allem weiter weg unterwegs. Am Gründonnerstag stehe aber erst einmal Homeoffice.

Mit Blick auch auf sein Hauptunternehmen hätte er den Letschinern ja einen Kunstrasenplatz als zweites Spielfeld empfohlen. "Zu teuer", winkt der Bürgermeister ab. Gern hätte er als Vorsitzender des Sportvereins Grün-Weiß Letschin 1922 auf dem Platz auch schon den einen oder anderen Arbeitseinsatz mit Helfern durchgeführt, doch dafür sei es im Augenblick noch zu früh. Sämtliche Nebenanlagen seien aber so entstanden. Und auch am Pumpenhäuschen soll entsprechend angepackt werden. Die Pumpe selbst habe man bereits vor zwei Jahren erneuert. Angepasst werden müsse sie aber in jedem Fall. "Der Platz wird künftig von unten bewässert."

In 14 Tagen soll der Kunststoffbelag auf die Bahn aufgebracht werden, sagt Ute Büttner. Doch auch dafür müsse das Wetter stimmen. "Wir brauchen dann Tag und Nacht zehn Grad plus." Unterdessen sind die nächsten Schlitze des Spielfelds geschlossen und der Bereich angewalzt. Noch am Gründonnerstag soll damit begonnen werden, Rasensubstrat aufzubringen.

Und klar, nach dem Ansähen würden sich die Letschiner Regen wünschen. Nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Michael Böttcher scheint nicht unzufrieden: "Der Platz nimmt immer mehr Konturen an."